Die MUNDOlogia präsentiert jedes Jahr drei hochwertige Foto-Ausstellungen im Konzerthaus.
Der Eintritt zu den Ausstellungen ist mit einem MUNDOlogia-Ticket kostenfrei. Wenn Sie nur die Foto-Ausstellungen und die Messe besuchen möchten, können Sie für 5 Euro ein Messeticket an der Festivalkasse erwerben. Die Öffnungszeiten sind:
Freitag, 3.2.2012: 17 Uhr bis ca. 22.00 Uhr
Samstag, 4.2.2012: 10 Uhr bis ca. 21.30 Uhr
Sonntag, 5.2.2012: 10 Uhr bis ca. 21.30 Uhr
POLAR WORLD - Thorsten Milse
Zu sehen auf dem MUNDOlogia-Festival und zuvor bereits im ZO Freiburg (Zentrum Oberwiehre): 13. Januar bis 1. Februar 2012!
Ewiges Eis, klirrende Kälte, aber auch faszinierende Lichtstimmungen - der renommierte Fotograf Thorsten Milse öffnet mit seinen kunstvollen Fotografien ein Fenster zu einer fernen Welt: Arktis und Antarktis.
Arktis und Antarktis gehören zu den faszinierendsten, aber auch extremsten Regionen unserer Welt. Die karge Vegetation, die endlosen Winter und die unvorstellbare Kälte (bis zu 89 Grad Minus) machen sie so abweisend und beinahe unbewohnbar. Ihre Faszination hängt eng mit diesen Extremen zusammen: Die Natur zeigt sich hier gewaltig, ungezähmt, unberührt und voller ursprünglicher Schönheit. Thorsten Milse gelingt es, dieses grandiose Naturerlebnis, das nur die wenigsten aus eigener Anschauung kennen, einzufangen. Über mehrere Jahre hinweg und unter schwierigsten Bedingungen hat er auf seine ganz eigene Weise diese beiden Regionen porträtiert. Die einmalige Zusammenstellung der Fotografien, ihre individuelle Bildsprache und ihre magischen, zum Teil geradezu unwirklich anmutenden Lichtstimmungen machen den besonderen Reiz und den künstlerischen Anspruch dieser Ausstellung aus.
Besuchen Sie auch die spannenden Workshops mit Top-Fotograf Thorsten Milse auf der MUNDOlogia 2012: Festival-Seminare
Thorsten Milse, Bielefeld
Thorsten Milse arbeitet als freiberuflicher Fotograf und wurde unter anderem beim renommierten BBC Wildlife Photographer of the Year ausgezeichnet, war Grand Prize Gewinner des amerikanischen Fotowettbewerbes Nature´s Best und wurde 2008 in das CANON Ambassador Programm aufgenommen.
Seine Fotos erscheinen in allen großen Magazinen und Kalendern. Gerade die Begegnungen mit den kleinen Eisbären waren etwas besonderes, so dass er über sie sein erstes Buch veröffentlichte. Es folgten drei weitere erfolgreiche Bildbände: Tierkinder der Wildnis, Die Augen des Dschungels und Afrikas letzte Wildnis, Namibias Skelettküste. Sein Bildband "POLAR WORLD" wird parallel zur Ausstellung auf dem MUNDOlogia-Festival erhätlich sein!
UNICEF-Foto des Jahres: Die besten Bilder und Reportagen auf der MUNDOlogia
Die Ausstellung „Kinder. Die Gegenwart der Zukunft“ präsentiert die Preisträger und ehrenvollen Erwähnungen der „UNICEF-Foto des Jahres“-Wettbewerbe aus den Jahren 2008 und 2009. Zu sehen sind 108 Fotos von 30 Fotografen aus 18 verschiedenen Ländern. Sie dokumentieren Lebensverhältnisse von Kindern, die sich in einer schwierigen Lage befinden: im Krieg, in materieller oder seelischer Not, nach Naturkatastrophen, aber auch Momente des Glücks und der Lebensfreude.
Der Fotowettbewerb wird von UNICEF Deutschland und dem Reportagemagazin GEO seit dem Jahr 2000 jährlich vergeben. Sponsor und Kooperationspartner des internationalen Fotowettbewerbs ist die Leica Camera AG. Im Zentrum der Auszeichnung steht die Reportagefotografie: Prämiert werden Fotografen, die mit ihrer Arbeit die Lebenssituation und Persönlichkeit von Kindern in aller Welt auf herausragende Weise visualisieren. Ziel des Wettbewerbs ist es, die öffentliche Wahrnehmung für Kinder und ihre Lebenswelt zu schärfen und den Blick auch auf Kinder in schwierigen Lebensumständen zu richten, die Hilfe brauchen.
Siegerfoto 2008: Alice Smeets, Belgien, Out of Focus
Überleben in Haiti
Fünfhundert Jahre schon herrschen Unglück und Schrecken in Haiti. Erst
Kolonialismus und Sklaverei. Dann die Diktaturen. Danach chronische
politische Instabilität. Tropische Wirbelstürme. Und immer: Mühsal.
Missgunst. Verrat. Armut. Schmutz. Zerstörung. Krankheit. Willkür.
Unterdrückung. Verfolgung. Tod.
Menschen leben in stinkendem und brennendem Müll, ohne Schutz, ohne Arbeit,
ohne regelmäßigen Strom, ohne trinkbares Wasser, ohne saubere Luft zum
Atmen, ohne Geld für die nächste Mahlzeit. In den Verschlägen schlucken die
Ärmsten der Armen Dreck, um ihre Mägen wenigstens mit irgendetwas zu füllen.
In dieser Umgebung wirkt ein Mädchen in einem weißen Kleidchen wie ein
verschreckter Engel, der in der Unterwelt gelandet ist und dennoch entschlossen,
sich ein wenig Schönheit zu erkämpfen.
Eine Ahnung, wie es in der Vorhölle aussehen könnte, überwältigte bei ihrem
ersten Aufenthalt in Haiti auch die junge belgische Fotografin Alice Smeets.
Doch dieses Gefühl schwand, je öfter sie sich in dem Land aufhielt. Ihr
Erschrecken über die Zustände wurde durch Mitgefühl und einen starken
Willen ersetzt, mit Hilfe ihrer Fotos Aufmerksamkeit für die Geschundenen
und Erniedrigten zu erwirken.
Alice Smeets sagt: »Oft werde ich gefragt, warum ich immer wieder nach Haiti
zurückkehren möchte, anstatt ein neues Land zu entdecken. Jeder hat eine
Wahl in seinem Leben. Philip Jones Griffith (Fotograf der Agentur Magnum,
verstorben 2008) hat mir während meiner Zeit als seine Assistentin etwas
Wichtiges vermittelt: Fotografen können entweder über eine Reihe von
Situationen weitläufig und flüchtig berichten, oder sie beschäftigen sich
mit einem Schauplatz intensiv und tiefgründig. Beides sind Optionen, doch
die letztere Möglichkeit beinhaltet die Chance, kontinuierlich visuelle
Statements zu kreieren, die hoffentlich zu Hilfeleistungen für die Leidenden
führen.«
Alice Smeets blieb nach der Preisverleihung bei ihrem Engagement in Haiti. Auch nach dem schweren Erdbeben in Haiti im Januar 2010 fuhr sie fort, dort zu arbeiten. Das kleine Mädchen Landa Gerome, die Alice Smeets in Haiti suchte und 2009 wieder fand, überlebte das schwere Erdbeben. Durch die Unterstützung von Alice Smeets und ihrer Freunde konnte die Familie Gerome nicht nur in einen neues Haus ziehen, sondern auch weiterhin finanzielle Unterstützung erhalten.
Siegerfoto 2009: Johan Bävman, Schweden, Freier Fotograf, Moment
Tödlicher Aberglaube in Tansania
Vergnügt schaut Selina ihrer Freundin Mwanaidi beim Spiel mit einem Band zu. Die Schülerin leidet an einer Pigmentstörung. Ihr Körper produziert so gut wie keinen Farbstoff. Das zehnjährige Mädchen gehört zu den schätzungsweise 150 000 Albinos in Tansania.
Im Klassenraum der Mintindo-Grundschule im Norden des Landes fühlt sich Selina sicher. Hier muss sie nicht um ihr Leben fürchten wegen der blassen Hautfarbe und den weißblonden Haaren. Denn viele ihrer Leidensgenossen werden verfolgt: Ihre Körperteile gelten als Glücksbringer. Sie sollen den Abergläubigen zu Reichtum verhelfen oder auch Krankheiten heilen.
Der Glaube an Geister und Hexerei ist in der Kultur Tansanias tief verwurzelt, vor allem in den Dörfern auf dem Land. Inzwischen aber werden besonders Albinos Zielscheibe einer bislang nicht gekannten Häufung von Grausamkeiten. Mehr als 40 Albinos sind in Tansania nach offiziellen Angaben während eines Jahres ermordet worden. Inzwischen haben Politik und Behörden schärfere Maßnahmen ergriffen. Die Welle der Gewalt scheint nun langsam abzuebben.
Der Fotograf Johan Bävman hat mehrere Hellhäutige begleitet. Wegen ihrer Hautfarbe werden sie angestarrt, ausgelacht, ausgegrenzt und als „zeru-zeru“, Kinder des Teufels, beschimpft.
Albinos brauchen Schutz – auch vor der Sonne. Viele Hellhäutige leiden an Krebs, Geschwüren und Tumoren, die Arme und Gesicht überziehen wie bei Saidi Tamin. Er kann deshalb nicht mehr arbeiten. Mit seinem 13 Jahre alten Sohn Ally lebt Tamin nun von Almosen.
UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Das Deutsche Komitee für UNICEF e.V. ist einer der wichtigsten Stützen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen. Über 8000 ehrenamtliche Helfer unterstützen allein in Deutschland den Einsatz für die Kinderrechte. UNICEF sorgt dafür, dass Kinder in die Schule gehen können, medizinisch betreut werden, sauberes Trinkwasser erhalten sowie ausreichende Ernährung. UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, Kinder vor Ausbeutung und Gewalt zu schützen.
Erleben Sie auf der 9. MUNDOlogia spektakuläre Satellitenaufnahmen, auf denen Land und Meer sich begegnen. Bestaunen Sie Inseln, Küstenlandschaften, Kaps und Meerengen aus 705 km Höhe – faszinierende Bilder im Spagat zwischen Kunst, Wissenschaft und Dokumentation.
Sie erspähen Windfelder, Wasserströmungen und Wolkenwirbel, sie identifizieren Algenteppiche und vermessen die Ausdehnung des arktischen Eisschilds: Satelliten sind unverzichtbar für die Meeres- und Klimaforschung.
Aber sie können noch mehr: Von ihrem Logenplatz aus senden sie uns Bilder, die sonst nur Astronauten zu sehen bekommen, Erdansichten von faszinierender Schönheit. Gestochen scharf und in spannenden Ausschnitten zeigt Claudius Diemer Satellitenaufnahmen, auf denen sich Land und Meer begegnen; es sind einzigartige Porträts und Detailstudien von Inseln, Küstenlandschaften, Kaps und Meerengen.
Ob es sich bei den Motiven um aufwendige, wolkenfreie Mosaike handelt, die aus Dutzenden von Einzelaufnahmen zusammengesetzt sind, oder ob die Motive Schnappschusscharakter haben und den besonderen Moment hervorheben: Alle Bilder bestechen durch ihre besondere Strahlkraft und Prägnanz.
Claudius Diemer
Claudius Diemer, 1969 in Köln geboren, studierte Fotoingenieurwesen und Angewandte Physische Geographie mit Schwerpunkt Luft- und Satellitenbildverarbeitung. Nach langjähriger Tätigkeit als Satellitenbildexperte hat er sich ganz auf den ästhetischen Aspekt der Erdaufnahmen spezialisiert. In seiner "albedo39 Satellitenbildwerkstatt" verarbeitet er Satellitenbild-Rohdaten zu herausragenden Druckerzeugnissen und Bildobjekten. Mit dem mare-Bildband "Das Gesicht der Meere" stellte er 2009 sein erstes Buchprojekt vor, welches deutschlandweit von der Presse begeistert aufgenommen und von der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten Bücher Deutschlands ausgezeichnet wurde. Dieses Buch ist auf der MUNDOlogia parallel zur Ausstellung erhältlich.