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Ueli Steck
Ende Mai 2007 wurde Ueli Steck fast über Nacht berühmt – durch das enorme Medienecho nach seinem knapp überlebten Absturz beim Versuch, die 2700 Meter hohe Südwand des Annapurna als Erster alleine zu erklimmen. Vom Steinschlag getroffen, stürzte Ueli Steck 300 Meter in die Tiefe. Wie durch ein Wunder hat er überlebt. Der 8091 Meter hohe Annapurna ist nur ein Beispiel aus einer ganzen Reihe von Extremtouren. Die Solo-Begehung der Eiger Nordwand in 2 Stunden und 47 Minuten, die Solo-Besteigung des Pumori (7‘161m) in 24 Stunden oder die erste Solo-Begehung der Cholatse Nordwand sind weitere fast unglaubliche „Wahnsinnstaten“ aus dem Hause Steck. Wer ist Ueli Steck – ein Wahnsinniger? Nein, eher ein stiller und sympathischer 35-jähriger Berner Oberländer, der seine extremen Touren sehr umsichtig vorbereitet und wohlüberlegt angeht.
Ueli Steck wurde am 1976 in der Schweiz im Emmental geboren. Schon früh entdeckt er das Klettern und Bergsteigen für sich. Es dauert nicht lange, da wird klar, dass er nicht nur über ein außerordentliches Talent verfügt, sondern auch über viel Ergeiz und eine hohe Risikobereitschaft – Eigenschaften, die ihn in der Kletterszene schnell bekannt machen. Dass seine Risikobereitschaft ihn nie in ernsthafte Schwierigkeiten brachte, hat er vor allem seiner guten Selbstkontrolle zu verdanken und seiner Fähigkeit, sich auf den Moment, auf das Jetzt, auf den nächsten Atemzug konzentrieren zu können. Steck, der gerne mit dem Kopf durch die Wand geht, erkennt, wann es besser ist, den Kopf einzuziehen. Auch dann, wenn das Umkehren tausendmal schwieriger ist, als das Weitergehen.
Schon kurz nachdem er seine Lehre als Zimmermann abgeschlossen hat, entschied sich Ueli Steck seine Passion zum Beruf zu machen. Er wurde Bergsteiger und ist Opinion Leader der Firma New Rock. Steck gilt heute als einer der weltweit besten Alpinisten und Solokletterer.
Alpinistische Leistungen, Rückschläge und Auszeichnungen:
- 19. Februar 2010: Neuer Speedrekord an der Droite Nordwand in 2 Stunden und 8 Minuten. Vorheriger Rekordhalter war der französisch Ausnahmebergsteiger Christophe Profit in 2 Stunden 30 Minuten
- 24. September 2009: Versuch den Westpfeilers des Makalu zu besteigen. Abbruch auf 7200 Meter wegen zuviel Schnee. Zu Gefährlich. Am 24. September steht Steck auf dem Gipfel 8468 Meter, aufstieg über die Normalroute. Sein Partner Robert Bösch bricht dabei den Gipfelversuch auf 8000 Meter ab. Ein einzigartiges Erlebniss, ohne Fixseile und im Alpinstil für Ueli ein grosser Gipfelerfolg
- 9. Juli 2009: Vom Lager 2 auf 6500 klettert Steck auf den Gipfel des Gasherbrum II 8035 Meter.
- Mai 2009: Ueli Steck klettert - mit Ausnahme der ersten Seillänge (die im zweiten Versuch gelingt) - alle Seillängen rotpunkt und „on sight“ der Route „Golden Gate“ am El Capitan (5.13b US-Bewertungsskala), 41 Seillängen.
- 25. April 2009: Ueli Steck und Simon Anthamatten werden mit den „Piolets d’Or 2009“ ausgezeichnet für ihre Erstbegehung im April 2008 im Alpinstil der Tengkampoche Nordwand (6500m) im Khumbu Valley, Nepal. Die „Piolets d’Or“ ist wahrscheinlich die berühmteste Bergsteigerauszeichnung in der Welt und wird auch als „Oscar des Alpinismus“ bezeichnet.
- 13. Januar 2009: 1 Stunde und 56 Minuten Kletterzeit für die Schmid-Route am Matterhorn. Steck beendet damit erfolgreich sein Projekt, alle 3 großen Nordwände der Alpen in Rekordzeit zu klettern.
- 28. Dezember 2008: Steck klettert in 2h 21 Minuten die Grand Jorasse Nordwand. Neuer Speedrekord. Jetzt hat Steck alle 3 großen Norwände in den Alpen in Rekorzeit geklettert.
- 26. September 2008: Ueli Steck und Simon Anthamatten werden mit dem Prix Courage 2008 ausgezeichnet für eine mutige Rettungsaktion an der Annapurna im Mai dieses Jahres, bei dem sie zwei Bergsteigerkameraden ohne zu zögern zur Hilfe kamen.
- 29./30. August 2008: Erste freie Begehung der Route „Paciencia“, die schwierigste Sportkletterroute in der Eigernordwand. Länge 900 Meter, 23 Seillängen, Schwierigkeitsgrad 8a.
- 30. Mai 2008: Auszeichnung mit dem erstmals verliehenen „Eiger Award“.
- April 2008: Ueli Steck und Simon Anthamatten gelingt was in den letzten Jahren von vielen ausländischen Alpinisten immer wieder versucht wurde: die Erstbegehung der technisch schwierigen Tengkampoche Nordwand (6500m) im Khumbu Valley, Nepal. 2000m Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad VI / 85 Grad, Eis M7+ / 6A0.
- Februar 2008: Steck bricht seinen eigenen Eiger Speed Rekord auf der klassischen Heckmair Route und stellt mit 2 Stunden und 47 Minuten eine neue Bestzeit auf.
- Februar 2008: Mehrere Routen Free Solo, unter anderem, Hot Tuna 7c, Schweizerhalle 7b+, Kombination Hot Tuna/ Quasar 8a. Alle Routen im Klettergebiet Leen bei Interlaken.
- Mai 2007: Der Versuch, im Alleingang die 8091m hohe Annapurna Südwand auf einer bisher unvollendeten Route zu begehen, scheitert. Ein einzelner herabfallender Stein traf ihn direkt auf den Kopf, er verlor das Bewusstsein und stürzte ab.
- April 2007: Während der Akklimatisierungsphase für die Annapurna Südwand, erste Solobegehung der Pumori Westwand (7161m) in nur 24 Stunden, hin und zurück.
- Februar 2007: Eiger Speed Rekord in einer Solobegehung, vom Fuße der Eigernordwand über die klassische Heckmair Route in nur 3h54min.
- Juli 2006: Erfolgreiche Erstbegehung der Magic Line auf den Ostgipfel des Gasherbrum II (7710m)
Anfang 2006: Erste Wiederholung der Route „Young Spider“ in nur 5 Tagen, eine Diretissima in der Eigernordwand
- 2005: Nomination für den Piolet d’Or (vergleichbar mit der Oscarverleihung in der Filmindustrie)
- 2005: Frühling, wieder zwei Wochen später, Abbruch auf 5900m wegen schlechter Witterung am Ama Dablam
- 2005: Frühling, zwei Wochen später Solo-Erstbegehung des Tawoche (6505m)
- 2005: Frühling Solo-Erstbesteigung der 1500m hohen Cholatse Nordwand (6640m) in nur 37 Std.
- 2004: Winter Solo-Begehung Eiger Nordwand + zahlreiche andere kürzere Routen, alle Solo
- 2004: Free Solo Routen „Silberfinger“ und „Excalibur.“
- 2004: Nordwände Eiger, Mönch und Jungfrau in nur 25 Std. zusammen mit dem Alpinisten Stephan Siegrist.
- 2003: Erste freie Begehung von La Vida e Silbar, Eiger Nordwand. 900 Meter / 7C
- 2002: 28 Seillängen von Blood from the Stone (5.9,A1/M7+,Wi6+) Erstbegehung am Mount Dickey in Alaska.
- 2001: Erstbegehung Eiger-Nordwand „The Young Spider“, eine der anspruchvollsten Routen durch die Eigerwand, eine Superdiretissima.
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